Worum geht es?

 

In uralter Zeit, als das Land, dass wir heute als das Königreich von Asun kennen, noch unberührt war und nur wenige Menschen ihren Fuß in das geheiligte Land gesetzt hatten, regierte die Große Mutter mit Güte und Weisheit über das Land und die Menschen, die ihren wahren Namen kannten.

Dann legten vor langer Zeit Schiffe an der Küste des Inselreiches an und mit sich brachten sie Menschen von jenseits des großen Meeres, welches die friedliche Insel umgab. Nun setzten zum ersten Male die mächtigen Priesterkönige ihren Fuß in diese für sie noch fremde Welt in der Hoffnung hier eine neue Heimat zu finden. Sie befanden sich auf der Flucht vor dem Zorn ihres Volkes, dem sie keine guten Regenten gewesen waren und deshalb suchten sie ihr Heil in dem Land jenseits des großen Meeres.
Doch dieses Land war nicht unbewohnt. Unter der friedvollen Herrschaft der Großen Mutter lebte das Volk der alten Seelen ein zufriedenes und bescheidenes Leben und eine Vielzahl magischer Wesen bevölkerten Wälder, Flüsse, Seen und Berge.

Die Neuankömmlinge errichteten am Rande des Sumpflandes von Ren, in einer Siedlung die sie As nannten, einen geheimnisvollen Tempel. Dieser bewahrte das Orakel von Asa und Asmir, den fremden Göttern, welche die Priesterkönige aus ihrer alten Welt mitbrachten. Der Tempel war für die Nichteingeweihten so schwer zu finden, dass man ihn nur den „Verborgenen Tempel“ nannte.
Die Große Mutter sah besorgt, wie sich das Land unter den Neuankömmlingen veränderte und wie das Volk der alten Seelen sich mit ihnen mischte und immer mehr der magische Wesen aus dieser neuen Welt verschwanden und nur wenige in verborgenen Reservaten überlebten.
Die Menschen führten Kriege gegen einander, verteilten das Land unter den Siegern und wieder und wieder kämpften sie um einige Schollen Land, um Untertanen und um Macht. Fürstentümer entstanden, stiegen auf und fielen unter der Übermacht ihrer Feinde.

Das Volk der alten Seelen war vergessen, sie lebten in den Dörfern und Städten des Königreiches und waren Untertanen der neuen Herren. Nur wenige bewahrten sich das alte Wissen um die Große Mutter und die magische Welt. Neue Tempel entstanden und das alte Wissen mischte sich mit den Lehren der neuen Götter und die Magie wurde mehr und mehr ein geheimes Wissen der Priester und Priesterinnen, welche diese neue Macht für sich zu nutzen wussten.

In dem Land zwischen dem Schattensee und dem Ehernen Gebirge lebt das stolze Volk der Kriegerinnen aus dem alten königlichen Geschlecht. Miley war einer der letzten Horte in denen das Wissen um die Große Mutter bewahrt wurde, hier steht ihr Tempel fest und sicher und ihre Priesterinnen wahren ihre letzten Geheimnisse und sie gelten als die letzten Nachfahren des alten wissenden Volkes.

Die Große Mutter blickte mit liebendem und schmerzvollem Blick auf ihr Land.
Sie sah, wie sich alles veränderte, wie die Menschen ihr Land in Besitz nahmen, sah wie sie sich in das Herz der Erde bohrten um die Schätze der Großen Mutter Erde zu bergen, sah wie sie Felder bestellten und Wälder rodeten, wie sie Flüsse begradigten und sich das Land untertan machten, sie sah die Geburt neuer Menschen und sah das Sterben der Alten, sie sah Krieg und Frieden, Not und Zerstörung, sah den Kampf des Lebens, das Aufbrechen eines neuen Zeitalters. Auch sah sie wie die Menschen ihres Landes sie langsam vergaßen, denn nur wenige behielten ihr Andenken und nur noch wenige Menschen kannten ihren wahren Namen.

Eine Legende erzählt von den alten Seelen, die zu Beginn der Zeit ausgesandt wurden und durch die Zeiten von Körper zu Körper wanderten um am Ende der Zeit in ihre Heimat zur Großen Mutter zurückzukehren. Diese alten Seelen kannten den wahren Namen der Großen Mutter, sie trugen die Leiden und Freuden vieler Leben in sich, aber erst am Tag der Heimkehr würden sie sich an alles erinnern. Manche alte Seele war im Laufe der Zeiten dem Vergessen anheim gefallen, aber die Mutter hatte keine vergessen.
Die Menschen kannten die Legenden, aber sie glaubten nicht mehr daran und so geriet das alte Wissen in Vergessenheit und war nur noch den Priestern und Priesterinnen bekannt, aber auch sie verloren mit der Zeit das Wissen über die Ursprünge.
Auch der Verborgene Tempel wurde zur Legende und niemand mehr kannte Asa und Asmir, denn das Orakel war verstummt und das Schweigen breitete sich aus.

Nach der Zerstörung und dem Untergang des Königreiches Asun verloren die Menschen ihre Hoffnung und nur sehr langsam breitete sich neuer Lebensmut unter ihnen aus. Aber trotz aller Zerstörung wagten die Menschen an einer neuen Welt zu bauen, einer Welt der Hoffnung und des Frieden. Die alten Seelen hatten ihre Aufgabe erfüllt. Die Menschen brauchten sie nicht mehr und sie brauchten auch die Große Mutter nicht mehr, zumindest glaubten die Menschen das.

Und doch wacht über allem unerkannt die Große Mutter.

Eine alte Legende sagt, sie wartet auf die alten Seelen, die am Ende der Zeiten zu ihr zurückkehren werden in den großen magischen Kreis.