Heilige Nacht

 

Es ist die Nacht so dunkel
und tausend Sterne am Himmelszelt,
ein helles Sternengefunkel
umspannt so still die Welt.

Am Himmelszelt dort oben
da steht ein heller Stern,
er weist den Weg den Menschen,
der Stall ist nicht mehr fern.

Das weiße Schäfchen kuschelt
sich in das weiche Stroh,
daneben stehen zwei Menschen,
die sind von Herzen so froh..

Das Kind in Marias Armen,
es ruht so still in der Nacht,
uns bringt es Gottes Erbarmen
und die Engel halten Wacht.

Sanft breitet Joseph die Decke
über Maria und Kind weit aus.
Sie gingen so eine weite Strecke
und fanden dennoch kein zu Haus.

Da waren Hirten auf dem Felde
ihnen erschien der Engel Schar,
vertrieben die nächtliche Kälte,
die Nacht wurde hell – es ist wahr.

Als der Engelschor sang von Frieden
wurde der Hirten Furcht vertrieben.
Freudig zogen die Hirten alle
in die Nacht hinaus zu dem Stalle.

In einem Stall da fanden sie das Kind,
und fielen auf die Knie um zu loben
Gott – dem Vater im Himmel droben.
Ganz leise nur säuselt sanft der Wind.

Nun lauscht alle der Engel Gesang,
denn die Nacht ist nicht mehr lang,
Und der Stern hier über dem Stall
bringt Licht und Glanz zu euch überall.

Es ist die Nacht so dunkel
und tausend Sterne am Himmelszelt,
ein helles Sternengefunkel
umspannt so still die Welt.

 

Dieses Gedicht könnt ihr auch anhören:

 

Weihnachtstraum

 

Stiller Frieden steigt hernieder,
wenn erklingen Weihnachtslieder.
Weihrauch, Myrrhe, Tannenduft
ziehen schwelgend durch die Luft.
Nun erstrahlt der Lichterbaum
in einem schönen Weihnachtstraum.

Es klingen die Glöckchen, klopft an die Tür,
das Christkind kommt zu den Kindern hier,
jetzt strahlen alle Kinderaugen:
Ob die Geschenke etwas taugen?
Schnell sagen sie auf ihre Verselein,
als das Christkind kommt herein,
denn sie waren brav das ganze Jahr,
liebes Christkind, das ist doch klar!

Freude strömt durch alle Herzen
und es leuchten viele Kerzen,
denn endlich ist es nun so weit:
Es ist nun endlich Weihnachtszeit!
Drum habe ich ganz lieb an Euch gedacht
und wünsche Euch allen frohe Weihnacht
und dazu ein gutes, neues Jahr,
dass alle Träume werden wahr.

 

 

Novembergrau

 

Es steigen die Nebelschwaden
aus tiefstem Morgengrund.
Du hast uns eingeladen
zum letzten festen Bund.

Der Morgen grau und neblig,
der Tag steigt fad herauf.
Es ist mir gar so eisig
und doch geht’s seinen Lauf.

Novembernebel steigen
dir wohl ins Mark hinein.
Ich will dir trotzdem zeigen,
wie schön der Herbst kann sein.

Der Tag erwacht im Dunkel,
senkt sich zu schwarzer Nacht,
dann steigt das Sternenfunkel
herauf in schöner Pracht.

Nun sitzen wir am Feuer,
die Glut uns langsam wärmt,
die Nacht wirkt ungeheuer,
kein Mensch in ihr noch lärmt.

In einer stillen kalten Nacht,
am Feuer wir uns wärmen.
Wir halten hier gemeinsamt Wacht
und sehn die Sterne schwärmen.

Mein Herz, dass ich klopfen höre
und tief in mir fühle ich die Liebe.
Ich hör unendliche Sternenchöre,
und ergebe mich ganz jenem Triebe.

Die Nacht, sie ist im Schwinden,
vorbei der schöne Traum.
Ich werd dich wieder finden,
unter kahlem Novemberbaum.

 

 

Herbststimmung

 

Der Sommer vergangen – Erntezeit.
Wege mit buntem Laub bedeckt.
September – Zeit des Abschieds –
und der Herbst beginnt.

Letztes Aufbegehren des Lebens,
vor der langen Ruhe des Winters,
und Hoffen auf einen neuen Frühling.

Letzte Sonnenstrahlen
Dringen durch das Wolkenmeer.

Goldner Oktober bald gehst auch Du.
Buntes Laub fällt von den Bäumen,
gelb, braun, rot – letztes verwelkendes Grün.
Der Wind trägt die Blätter durch die Luft,
sanft gleiten sie zu Boden.

Der Wind lässt Drachen aufsteigen,
über den abgeernteten Feldern.
Die Blätter des Weinstocks färben sich rot.
Die Erntezeit ist vergangen.

Dämmrig ist es, alles grau in grau.
Nebel liegt über den Tälern,
langsam steigt er herauf.

Die Bäume – fast kahl –
bizarre Gebilde im Dämmerlicht.
Frost steigt vom Boden auf.
Kalter, trüber Novembermorgen.

Feiner Sprühregen benetzt die kahlen Bäume.
Immer stärker wird der Regen – Herbstregen.
Nasse Wege – glitschiges Laub.

Erster Frost – zarter Reif
auf den Dächern der Häuser.
Die Ruhe des Winters steht bevor.

 

 

Erntelied

 

Grünes Laub ist nun recht selten,
denn schon beginnt es still zu welken,
buntes Laub, es fällt von Bäumen,
vom goldenen Herbst wir nun träumen.
Ich fühl den Herbstregen, den feuchten.
Das Weinlaub auch will rot uns leuchten.

Das Rauschen vom roten Weinlaub
dringt sanft und still an mein Ohr,
und im Rauschen vom roten Weinlaub,
hör ich schon den lustigen Winzerchor.

Erntelied, es klingt von ferne,
und ich höre es so gerne.
Prall, saftig und süß sind die Reben,
sie werden köstlichen Wein uns geben.
Gefüllt mit Birnen, Äpfeln und Trauben,
der Korb, das könnt ihr mir glauben.

Gelb, braun, orange und rot die Blätter
nasskalt wird bald schon das Wetter.
Erntezeit nun schnell zu Ende geht,
der Wind über abgeerntete Felder weht.

Im hohlen Kürbis abends die Kerze leuchtet,
das Erntelied, es erklingt so froh und helle
und der Weinkrug kreist in der Runde schnelle,
der edle Göttertrank die Kehle uns befeuchtet.
Verworren sind die Sinne vom Rebentrank
froh für die Erntegaben wir nun sagen Dank.

Erntelied, es klingt von ferne,
und ich höre es so gerne.
Fröhlich dringt nun an mein Ohr
jetzt der lustige Winzerchor.

 

 

Spätsommer-Elegie

 

Bald fallen nun leise die bunten Blätter wirbelnd sanft im Wind,
ich weiß, dass jetzt bald die Tage kühler und dunkler sind.
Und ich weiß, dass Zeit und Leben mir stets still entflieht,
und ich frage, ob bis zum Herbst eine sichere Heimat ich find,
denn ich spüre wie alles um mich herum unaufhörlich weiterzieht.
Und bevor der Herbst beginnt, erhebt sich mir die bange Frage.

Der Schwan erhebt sein Haupt in königlicher Weise
und auf dem Wasser zieht er majestätisch seine Kreise.
Aus dem Gefieder schwindet das Grau-Braun der Jugendtage.
Als letzen Abschiedgruß bricht die Sonne sich ihr Geleise,
der Sommer, der zu Ende geht, verschwendet letzte Sonnentage.
Und bevor der Herbst beginnt, erhebt sich mir die bange Frage.

Spätsommer, er geht vorbei und Herbstgefühl steigt auf in mir.
Müde tragen mich meine Füße langsam nun weit weg von dir.
Abendrot färbt nun den Himmel, leise wiegt der Wind die Bäume,
trägt meine Gedanken, trägt meine Gefühle weit weg von hier.
Und du gehst, lässt mich alleine, was mir bleibt sind stille Träume.
Und bevor der Herbst beginnt, erhebt sich mir die bange Frage.

Gefühle verwirrt, Gedanken, sie kommen, Gedanken, sie gehen.
Die Sehnsucht, sie bleibt. Wann werden wir uns wieder sehen?
Das, was ich verloren habe, werde ich es jemals wieder finden?
Schweigend verlasse ich das Ufer, lausche still dem tiefen Flehen.
Und diese Klage tief im Herzen wird mit Tränen sich verbinden.
Und bevor der Herbst beginnt, erklingt nun meine bange Klage.

 

 

Wanderung im Sommer

 

Ich mach mich auf zur Sommerzeit
wohl auf den Weg, ist er auch weit.
Ich ging ans Bächlein, das mir so nah
und mich erfreute, was dort ich sah.

Die Bäume an dem Ufer dort
sie decken schattig diesen Ort,
doch auch ein kleiner Sonnenstrahl
sich durch das dichte Laub empfahl.

Die Vöglein hoch in des Baumes Krone,
sie zwitschern fröhlich und laut mir vor.
Und ihr Gesang wird mir zum Lohne
schallt er doch freundlich mir ans Ohr.

Und in des Bächleins Rauschen,
hört ich die Welt fortgehn
ich wollt den Klängen lauschen
bevor sie still verwehn.

Doch auf des Bächleins Grunde
dort liegt ein Stein zur Stunde
auf sandig weichem Bette
an seiner Heimatstätte.

Der singt mir seine stummen Lieder,
von Wassern, die beständig Fließen.
Ich hör sie gerne, immer wieder,
zu dieser Stunde, und will genießen.

Und mit den bunten Schmetterlingen,
will fröhlich auch mein Lied erklingen.
Kühl umspielt das Wasser meinen Fuß,
spürt, dass ich nun wohl weiter muss.

Meine Wanderung nähert sich nun dem Ende,
ich hoffte, dass ich hier draußen etwas fände.
Der Sommer, er kam mir wohl entgegen,
er schenkte der Natur seinen reichen Segen.

 

 

Stimmen

 

Der Tag heut ist da,
jene Stunde schon nah!
Eisig grausig stürmt die Nacht!
Mensch, hast du alles wohl bedacht?
Kälte durchströmt jedes trauernde Herz,
ich miss die Liebe, fühle nur noch Schmerz!

Sieh auf den grünen Rasen nieder,
hör die Vögel singen wieder,
jeder Mensch ist voller Wonne,
und es scheint die goldne Sonne.
Des Frühlings goldener, sonniger Schein,
leuchtet ins fröhliche Herz hinein!

 

Oh, erklinge doch – du Stimme der Natur,
holde Stimme der Sehnsucht, des Lebens!

Leise Klänge, wie Musik, zart und sanft.
Die Vögel singen ihr frohes Lied,
der Specht schlägt im Takt des Sommers mit.
Die Mücken führen ihren Sommerreigen auf.
Weben und Leben allen Wesens,
Dirigent ist Mutter Natur!

Nur Du Mensch,
der du dich Krone der Schöpfung nennst,
willst dich ihr nicht fügen?

Ergib dich ihrer sanften Macht,
bevor ihre gewaltsame Kraft dich zu Boden drückt,
denn du bist nur ein Teil des  ganzen  Großen!
Ein Teil von ihr, der großen Mutter Natur!

 

 

Winterzeit

Frost liegt über der Landschaft.
Weiße Schneekristalle tanzen durch die Luft
Gebilde aus Schnee und Frost.

Ich spüre die Kälte in meinem Gesicht
und sehne mich nach Wärme.
Ich höre, wie der Schnee unter meinen Stiefeln knirscht
und ich sehe die Spuren im Schnee.

Eiszapfen – klar und rein –
leuchten wie Kristalle.
Eiszapfen hängen von der Dachrinne herab.
An den Fenstern blühen Eisblumen.

Der Teich ist zugefroren.
Die Äste und Zweige der Bäume sind mit zartem Reif bedeckt,
weißer Pelz deckt alles Leben zu.

Ein Schwarm hungriger Vögel streitet am Futterhaus
um die letzten Sonnenblumenkerne.

Winter hüllt die Welt in Starre,
doch die Sehnsucht nach dem Frühling lebt.