Verloren

 

Ich hab meine Sprache verloren,
meine Worte sind langsam verstummt.

Ich hab mein Gefühl verloren,
meine Sinne sind abgestumpft.

Ich hab den Sinn verloren,
mein Leben ist öde und leer.

Ich hab die Hoffnung verloren,
kein Trost bleibt für mich mehr.

Ich hab meinen Glauben verloren,
nur Zweifel bleibt mir noch.

Ich habe die Liebe verloren,
und trage klaglos mein Joch.

Ich hab das Vertrauen verloren,
betrogen durch falsches Gefühl.

Ich hab das Menschsein verloren,
es war nur ein herzloses Spiel.

Ich hab meine Träume verloren,
doch es berührt mich nicht mehr.

Ich hab Ideale verloren,
nun, ich vermiss sie nicht sehr.

Ich hab meine Tränen verloren,
wozu brauchte ich die bloß?

Ich hab meinen Verstand verloren,
er war ohnehin nicht sehr groß.

Ich hab meine Kraft verloren,
mein Tun ist ohne Frucht.

Ich hab mein Leben verloren,
ich hab es vergebens gesucht.

 

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Heilige Nacht

 

Es ist die Nacht so dunkel
und tausend Sterne am Himmelszelt,
ein helles Sternengefunkel
umspannt so still die Welt.

Am Himmelszelt dort oben
da steht ein heller Stern,
er weist den Weg den Menschen,
der Stall ist nicht mehr fern.

Das weiße Schäfchen kuschelt
sich in das weiche Stroh,
daneben stehen zwei Menschen,
die sind von Herzen so froh..

Das Kind in Marias Armen,
es ruht so still in der Nacht,
uns bringt es Gottes Erbarmen
und die Engel halten Wacht.

Sanft breitet Joseph die Decke
über Maria und Kind weit aus.
Sie gingen so eine weite Strecke
und fanden dennoch kein zu Haus.

Da waren Hirten auf dem Felde
ihnen erschien der Engel Schar,
vertrieben die nächtliche Kälte,
die Nacht wurde hell – es ist wahr.

Als der Engelschor sang von Frieden
wurde der Hirten Furcht vertrieben.
Freudig zogen die Hirten alle
in die Nacht hinaus zu dem Stalle.

In einem Stall da fanden sie das Kind,
und fielen auf die Knie um zu loben
Gott – dem Vater im Himmel droben.
Ganz leise nur säuselt sanft der Wind.

Nun lauscht alle der Engel Gesang,
denn die Nacht ist nicht mehr lang,
Und der Stern hier über dem Stall
bringt Licht und Glanz zu euch überall.

Es ist die Nacht so dunkel
und tausend Sterne am Himmelszelt,
ein helles Sternengefunkel
umspannt so still die Welt.

 

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Am Sterbebett/Am Grab eines Freundes

 

Am Sterbebett eines Freundes

Warte nur, es sind nur noch Minuten,
vielleicht auch nur Sekunden.
Es bleibt uns keine Zeit!
Warte mein Freund, verlass mich nicht!
Hast Du das Recht mich zu verlassen?
Nein! Geh nicht!

Bleib mein Freund!
Du lässt mich allein zurück,
weißt Du, was Du mir antust?
Freund, das Leben ist so kurz,
doch Du hast Dir die Jahre selbst gestohlen.

Warum hast Du geschwiegen?
Hattest Du kein Vertrauen?
Wie soll ich Dir vergeben?
Lass mich nicht allein auf dieser Welt!

Wir stellen Fragen, finden keine Antwort.
Was ist das: Leben?
Was ist das: Tod?

Warte mein Freund!
Zu spät! Alles vorbei!

 

Am Grab eines Freundes

Alles Schwarz – der Himmel, die Erde.
Wut und Trauer fressen sich in mein Herz.

Ich muss Dir vergeben,
ruhe in Frieden, mein Freund!
Alles Schwarz! Warte!
Ich will Dir folgen! Nein, zu spät!

Man senkt Deinen Sarg in die dunkle Erde,
Du wirst zu Staub, der Du warst.
Nur meine Tränen halten Dich lebendig.

 

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Lied der Nacht

 

Sing ein Lied für mich
in dieser stillen Nacht,
zünde eine Kerze an für mich
in dieser dunklen Nacht.

Sei mein Schatten
in dieser leeren Nacht,
sei meine Stimme
in dieser stummen Nacht.

Wärme mich
in dieser kalten Nacht,
und schweige mit mir
in dieser toten Nacht.

 

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Nächtlicher Traum

 

In dieser einen stillen Nacht
erfasste mich mit aller Macht:
Sehnsucht, die mein Herz erfüllte
und meinen Verstand umhüllte,
den Hoffnungsfunken angezündet,
einen süßen Traum mir verkündet.

Gespiegelt in der Wirklichkeit,
vergessen in Raum und Zeit,
zieht ein Gedanke nun hinaus
breitet den Schmerz der Seele aus.
Vergessen sind Lust und Leid,
mein Herz war noch nicht bereit.

Ich lebe und leide tiefen Schmerz,
der sich gräbt in mein wundes Herz.
Und ich wünsche herbei den Tag,
der das Leid von mir nehmen mag.
Mag nun auch die Nacht davon eilen,
doch nichts kann dieses Herz hier heilen.

Siehst du die Sterne dort!
Wie gern wäre ich an jenem Ort,
wo werden alle Träume wahr
und dann wird mir endlich klar,
auch wenn ich es glaube kaum:
du warst nur ein schöner Traum.

 

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Das Spiel

 
Einen traurigen Kindervers in den Ohren
Nimmt mein Auge nur trübes Licht wahr.
Gefangen in einem Käfig aus Kälte und Eis
schmecke ich die Bitterkeit meiner Tränen.

Ein Spielzeug bloß bin ich für Dich
Und spiele das falsche Spiel mit,
welches Du so gerne mit mir spielst.

Mein Schrei erstickt von Deiner Hand
Und Deinem kalten Lächeln.
Deine drohenden Worte begreife ich nicht,
aber ich spüre die Angst in mir aufsteigen.

Ich will das Spiel nicht mehr spielen!

Und ich singe ein trauriges Lied,
und meine Tränen fließen und gefrieren zu Eis.

 

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