Die Welt

 

Verdorrtes Land, verbrannte Erde
und Ödnis tief in unseren Herzen,
kein Leben mehr, nur tiefe Schmerzen,
und keine Hoffnung, dass Neues werde.

Getragen von qualmendem Rauch,
der über die Weite zieht und geht,
ein lautloser Wind, die Klage verweht
es weht noch ein schwarzer, kalter Hauch.

Es steigt nun auf das Grau des Grauens,
dringt in den letzten Lebenshauch,
geschwunden ist die Kraft des Vertrauens,
Verzweiflung bleibt, Leid und Elend auch.

Fahl und kahl steht nun die öde Welt,
verlassen sind die letzten, einsamen Seelen,
unsere Fehlbarkeit, sie ist uns vergelt,
können unsre Angst vor dem Tod nicht verhehlen.

Wir haben vernichtet und haben zerstört,
die Erde, die uns nicht allein gehört.
Der Mensch hat gebracht dieser Welt den Tod
und dafür wird uns richten der allmächtige Gott.

 

 

Der Ruf

 

Ich lebe und liebe, ich lebe und leide,
ich hoffe und liebe, ich zweifle und leide.
Mein Herz ist gebrochen und weint so sehr
und es gibt für mich keine Heilung mehr.

Der Blick in den Spiegel ist mir ein Graus,
das Blühen vorbei, das Welken begonnen,
die Zeit, sie ist unendlich schnell zerronnen.
Mein weinendes Herz weiß nicht ein noch aus.

Vergangen die Liebe, das Leben vorbei
nur Leiden bleibt in diesem tristen Einerlei.
Die Hoffnung, sie ist schon lange gestorben
nur diese Erkenntnis hab ich erst jetzt erworben.

Du hast meine Tränen zum fließen gebracht,
meine Seele zum weinen, mein Herz zur Qual.
Dann ist die eine Erkenntnis in mir erwacht
und nun hab ich nur noch die eine Wahl:

Ich lebe und liebe, ich lebe und leide,
und die Wahrheit die ich bisher so meide:
das Leben, es wird nie mehr so wie es war
und diese Erkenntnis ist als einzige klar.

Verzweiflung und Hoffnung sie gehören dazu
Beides ist Teil unsres wechselhaften Lebens,
davon sicher war so viel Leiden vergebens
doch nun, liebes Herz, gehe zur ewigen Ruh.

Es ist vorbei die Zeit des Zweifels und der Leiden,
im stillen Frieden wird die Seele im Grabe ruhn.
Du musst deiner Seele nur den letzten Weg bereiten
trotz deiner Angst, du weißt, was du musst tun.

Ein letzter Gedanke, der zwischen uns drang,
Freund, doch davon lass dich nicht machen bang
Still! Wir beide sind nun auf ewig verbunden,
bald hast du dies Leben für immer überwunden.

Mein bist du für immer und ewig, für ewig mein,
lass endlich los von diesem vergänglichen Sein.
Ich bin dein Freund, dein letzter Freund: der Tod,
reich mir die Hand, komm und nie mehr hast du Not.

 

 

Gedankenspiel

 

Tagtäglich bauen wir an einem Luftschloss
aus einem fernen Kindheitstraum,
beständig in der Angst,
dass es zusammenfällt wie ein Kartenhaus.

Die Schlichtheit eines Gänseblümchens
hat unser Kinderherz erfreut.
Der Kranz seiner weißen Blüten erschuf
die Prinzessin aus dem Märchenlreich.
Die Sehnsucht nach den fernen Ländern
kam mit dem ersten Abenteuerlesebuch.
Dann ist die Zeit des Träumens vorbei,
die Realität des Lebens holt uns ein.
Doch die unbestimmte Sehsucht,
dieser stille, geheime Traum
bleiben uns ein Leben lang.

Tagtäglich bauen wir an einem Luftschloss
aus einem fernen Kindheitstraum,
beständig in der Angst,
dass es zusammenfällt wie ein Kartenhaus.

Doch dann bauen wir ein Neues,
solang die Hoffnung in uns lebt.
Der Dichter bricht das Schweigen,
die Feder kratzt übers Papier.
Der Sänger bricht das Schweigen,
Ton reiht sich an Ton.
Der Maler bricht das Schweigen,
der Pinsel küsst die Leinwand.
Traum und Wirklichkeit treffen sich
im freien Land der Phantasie.
Die fernen Kindheitsträume
kehren in den Alltag zurück.
Grauer Alltag – bunte Phantasie.

Tagtäglich bauen wir an einem Luftschloss
aus einem fernen Kindheitstraum,
beständig in der Angst,
dass es zusammenfällt wie ein Kartenhaus.