Der Mond

 

Der Mond steht am Himmel,
die Nacht ist dunkel.
Alles schläft, kein Ton,
die Nacht ist still.

Der alte Baum dort an der Wegbiegung,
steht da in tiefer Dunkelheit.
Er scheint ein gewaltig großer Troll,
entflohen aus dem Reich der Märchen.

Und der Mond scheint über der Nacht.

Der Wald ist unheimlich und still,
doch ist er voller Stimmen.
Ein Käuzchen ruft,
der Wolf heult in der Ferne.
Die Nachtigall sie singt ihr Lied.

Und der Mond scheint über der Nacht.

Philomele klagt über verlorene Liebe,
die silberne Luna lächelt auf ein Liebespaar herab.
Die zarten Töne weichen der Traurigkeit.
Ein einsames Herz entschwindet im Dunkel.

Und der Mond scheint über der Nacht.

Der Mond steht am Himmel, die Nacht ist dunkel.
Alles schläft, kein Ton, die Nacht ist still.

Lautlos schallt Philomeles Lied
zu Dir, silberne Luna.

 

 

Novembergrau

 

Es steigen die Nebelschwaden
aus tiefstem Morgengrund.
Du hast uns eingeladen
zum letzten festen Bund.

Der Morgen grau und neblig,
der Tag steigt fad herauf.
Es ist mir gar so eisig
und doch geht’s seinen Lauf.

Novembernebel steigen
dir wohl ins Mark hinein.
Ich will dir trotzdem zeigen,
wie schön der Herbst kann sein.

Der Tag erwacht im Dunkel,
senkt sich zu schwarzer Nacht,
dann steigt das Sternenfunkel
herauf in schöner Pracht.

Nun sitzen wir am Feuer,
die Glut uns langsam wärmt,
die Nacht wirkt ungeheuer,
kein Mensch in ihr noch lärmt.

In einer stillen kalten Nacht,
am Feuer wir uns wärmen.
Wir halten hier gemeinsamt Wacht
und sehn die Sterne schwärmen.

Mein Herz, dass ich klopfen höre
und tief in mir fühle ich die Liebe.
Ich hör unendliche Sternenchöre,
und ergebe mich ganz jenem Triebe.

Die Nacht, sie ist im Schwinden,
vorbei der schöne Traum.
Ich werd dich wieder finden,
unter kahlem Novemberbaum.

 

 

Wanderung im Sommer

 

Ich mach mich auf zur Sommerzeit
wohl auf den Weg, ist er auch weit.
Ich ging ans Bächlein, das mir so nah
und mich erfreute, was dort ich sah.

Die Bäume an dem Ufer dort
sie decken schattig diesen Ort,
doch auch ein kleiner Sonnenstrahl
sich durch das dichte Laub empfahl.

Die Vöglein hoch in des Baumes Krone,
sie zwitschern fröhlich und laut mir vor.
Und ihr Gesang wird mir zum Lohne
schallt er doch freundlich mir ans Ohr.

Und in des Bächleins Rauschen,
hört ich die Welt fortgehn
ich wollt den Klängen lauschen
bevor sie still verwehn.

Doch auf des Bächleins Grunde
dort liegt ein Stein zur Stunde
auf sandig weichem Bette
an seiner Heimatstätte.

Der singt mir seine stummen Lieder,
von Wassern, die beständig Fließen.
Ich hör sie gerne, immer wieder,
zu dieser Stunde, und will genießen.

Und mit den bunten Schmetterlingen,
will fröhlich auch mein Lied erklingen.
Kühl umspielt das Wasser meinen Fuß,
spürt, dass ich nun wohl weiter muss.

Meine Wanderung nähert sich nun dem Ende,
ich hoffte, dass ich hier draußen etwas fände.
Der Sommer, er kam mir wohl entgegen,
er schenkte der Natur seinen reichen Segen.