Nächtliche Elegie

 

Eine Nacht voller Schweigen,
eine Nacht voller Dunkelheit,
eine Nacht liegt vor mir.
Ein Schrei der Verzweiflung,
und der auf mich wartet,
tritt aus dem Dunkel
das um mich her ist.

Schatten huschen durch die Nacht.
Schatten, aus der Vergangenheit
Schatten, die meine Zukunft werden
Schatten voller Schweigen,
und der auf mich wartet,
tritt aus dem Dunkel
das um mich her ist.

Den Geschmack der Erde in meinem Mund,
den Geruch der Verwesung in meiner Nase
und die Kälte der Nacht streift meine Haut.
Ich sehe den Schatten meines Selbst,
und der auf mich wartet,
tritt aus dem Dunkel
das um mich her ist.

Ich kann seine Stimme hören,
das Blut in meinen Adern gefriert,
mein Herz ist gelähmt,
Schatten fallen über mich,
und der auf mich wartet,
tritt aus dem Dunkel
das um mich her ist.

Und sein Name ist TOD.

 

Nächtliche Magie

 

Leise wirbelnde Trommelschläge
dringen an mein Ohr.
Von Weitem hör ich dumpfen Klang,
der sich mit Dunkel mischt.

In der Schwärze der Nacht
spüre ich jede Schwingung.
Auf meiner Haut spiegelt sich
das Feuer der Fackeln
und zeigt gespenstische Schatten
zwischen den Bäumen.

Das Trommeln wird schneller und lauter,
Wolfgeheul in der Ferne
und menschliche Stimmen,
ersterbend in der Magie der Nacht.

Die Trommeln steigern sich zur Ekstase,
die Nacht erreicht ihre tiefsten Schatten.

Das Schweigen ist gebrochen,
und das Dunkel ist gebrochen.

Trommel und Feuer verbinden sich
zu einer Nacht voller Magie.

Das Blut in meinen Adern
nimmt den Rhythmus der Trommeln auf
und das Feuer brennt in mir.

Das Feuer verbrennt mich
und die Trommeln werden zum Totengesang.

 

 

Die Zeit füllt sich mit Dunkel

 

Die Zeit füllt sich mit Dunkel,
vergangen ist der Tag.
Die Stunde, die ich mag:
die Nacht, bricht nun herauf,
nimmt alles seinen Lauf.

Die Zeit füllt sich mit Dunkel,
Dringt in die Stille ein,
im Becher kreist der Wein.
Nun, Freunde, es ist Zeit.
Seid ihr für diese Nacht bereit?

Die Zeit füllt sich mit Dunkel,
lasst euch doch bitte zeigen,
was liegt in diesem Schweigen.
Bevor ich jetzt beginne,
lasst ruhen eure Sinne.

Die Zeit füllt sich mit Dunkel,
drum ruhet stille, Kameraden.
Es ziehen Nebelschaden
durch eure wirren Träume hin.
Erkennt ihr einen Sinn?

Die Zeit füllt sich mit Dunkel,
zieht schwarz mir nun ins Herz,
zu fühlen diesen tiefen Schmerz.
So reich ich euch nun meine Hand,
lasst flechten uns ein festes Band.

Die Zeit füllt sich mit Dunkel,
lasst uns die Hoffnung wecken,
die sich nun will verstecken.
Es wird uns seinen Segen geben,
der Herr über Tod und Leben.

 

 

Novembergrau

 

Es steigen die Nebelschwaden
aus tiefstem Morgengrund.
Du hast uns eingeladen
zum letzten festen Bund.

Der Morgen grau und neblig,
der Tag steigt fad herauf.
Es ist mir gar so eisig
und doch geht’s seinen Lauf.

Novembernebel steigen
dir wohl ins Mark hinein.
Ich will dir trotzdem zeigen,
wie schön der Herbst kann sein.

Der Tag erwacht im Dunkel,
senkt sich zu schwarzer Nacht,
dann steigt das Sternenfunkel
herauf in schöner Pracht.

Nun sitzen wir am Feuer,
die Glut uns langsam wärmt,
die Nacht wirkt ungeheuer,
kein Mensch in ihr noch lärmt.

In einer stillen kalten Nacht,
am Feuer wir uns wärmen.
Wir halten hier gemeinsamt Wacht
und sehn die Sterne schwärmen.

Mein Herz, dass ich klopfen höre
und tief in mir fühle ich die Liebe.
Ich hör unendliche Sternenchöre,
und ergebe mich ganz jenem Triebe.

Die Nacht, sie ist im Schwinden,
vorbei der schöne Traum.
Ich werd dich wieder finden,
unter kahlem Novemberbaum.