Grauer Stein

 

Bleiche Silberscheibe, transparent im sich wandelnden Blau,
du Schwester meiner Nächte, über grauem Stein schwebend.
Die Erinnerung an meine Träume bringst du mit,
Träume gewoben in der Tiefe der Nacht voll Erinnerung.

Längst vergangen in alten Zeiten, als ich noch schlief, grauer Stein,
doch im Erwachen vergessend durch die Hast der Zeit.

Alter, grauer Stein – eine Berührung voll Erinnerung
und Sehnsucht erwacht in mir und ein Blick zu dir,
du Schwester meiner Nächte, dein Glanz auf grauem Stein.

Und die Sehnsucht erwacht mit der Erinnerung
nach vergessenen Momenten, die geflohen sind durch die Zeit.
Gesichter, kaum zu erkennen, hetzten vorbei,
Schatten, die ihnen folgen, zeigen, sie sind real.

Im Vergangenen findet sich die Gegenwart,
Zukunft wird bewusst und das Schwinden der Zeit.

Hoffnung breitet sich aus in mir unter der blassen Silberscheibe,
ein schwaches Licht, das Dunkel erhellen will,
doch das Dunkel bleibt, schweigend und still.

Sehnsucht nach deiner Berührung, Berührung für einen grauen Stein,
Sehnsucht nach dir, du Schwester meiner Nächte.

Ein Traum, du schwindest, kehrst zurück, doch unerreichbar,
und ich spüre, das ich lebe, du alter, grauer Stein.

Ich lebe, ich lebe wirklich noch,
trotz Steingewordenen Schweigens,

ich lebe um dir zu sagen, dass ich dich liebe.

Der Morgen dämmert, die Nacht verlässt mich.
Meine Träume, alle schon im Vergessen?

Mein Fuß grau und voll Staub in trockener Hitze,
führt mich einen neuen Weg und zeigt mir eine neue Welt.
Vor mir – ein Bild, Zauber aus einer fernen Welt.

Im Springbrunnen, Wassertropfen, perlend in geronnener Zeit,
ein Sonnenstrahl findet Halt und gibt ein Bild.
Zauberhafter Regenbogen, komm und fülle mich aus.
Tief im Innern prägt sich ein Bild ein, wie aus grauem Stein gehauen.

Hoffnung und Erinnerung füllen mich aus,
wie ein leeres Gefäß nehme ich begierig alles auf.
Gefüllt von Grund auf bis zum Rand, überfließend
und ich fließe über und gebe alles was in mir ist.

Und ich spüre dass ich lebe, wirklich noch lebe,
ich lebe, alter, grauer Stein aus vergangener Zeit,

ich lebe um dir zu sagen, dass ich dich liebe.

Geschrieben an einem Abend bei einem Cappuccino nach einem guten Essen und ausreichender Menge roten Weines in Erinnerung an bleibende Eindrücke und schmerzende Füße als Abschiedsgruß an Florenz
Firenze, 14. August 2000

 

 

 

Die Nacht am Grabe

 

Sie steigt herab, die dunkle Nacht
bringt Frieden über deinem Grab,
es leuchtet hell die Sternenpracht
bescheint so still dein tiefes Grab.

Es gingen wohl viele Nächte vorbei,
du fehlst mir in meinem Leben
und immer sehne ich dich herbei,
doch du bist nicht mehr am Leben.

Tränen, die ich an deinem Grab geweint,
Die Tränen, sie sind so still geflossen.
Wir hatten unsere Herzen für ewig vereint,
und für dich hab ich Tränen vergossen.

Und unsere Träume, sie sind nun zerronnen,
unsere Zeit, sie ging viel zu schnell zu Ende,
bevor noch für uns hat das Leben begonnen.
In tiefer Trauer warte ich still auf das Ende.

Im Herzen bleibst du auf ewig bei mir,
ich will die Erinnerung tief in mir wahren,
meine Gedanken, mein Fühlen ist stets bei dir
und ich will dich in meinem Herzen bewahren.

Wir werden uns treffen, in einer besseren Welt,
am Ende der Zeit, wenn die Liebe noch lebt.
Wir werden uns treffen, in einer besseren Welt,
und unsere Liebe, ich weiß, dass sie ewig noch lebt.