Herbststimmung

 

Der Sommer vergangen – Erntezeit.
Wege mit buntem Laub bedeckt.
September – Zeit des Abschieds –
und der Herbst beginnt.

Letztes Aufbegehren des Lebens,
vor der langen Ruhe des Winters,
und Hoffen auf einen neuen Frühling.

Letzte Sonnenstrahlen
Dringen durch das Wolkenmeer.

Goldner Oktober bald gehst auch Du.
Buntes Laub fällt von den Bäumen,
gelb, braun, rot – letztes verwelkendes Grün.
Der Wind trägt die Blätter durch die Luft,
sanft gleiten sie zu Boden.

Der Wind lässt Drachen aufsteigen,
über den abgeernteten Feldern.
Die Blätter des Weinstocks färben sich rot.
Die Erntezeit ist vergangen.

Dämmrig ist es, alles grau in grau.
Nebel liegt über den Tälern,
langsam steigt er herauf.

Die Bäume – fast kahl –
bizarre Gebilde im Dämmerlicht.
Frost steigt vom Boden auf.
Kalter, trüber Novembermorgen.

Feiner Sprühregen benetzt die kahlen Bäume.
Immer stärker wird der Regen – Herbstregen.
Nasse Wege – glitschiges Laub.

Erster Frost – zarter Reif
auf den Dächern der Häuser.
Die Ruhe des Winters steht bevor.

 

 

Erntelied

 

Grünes Laub ist nun recht selten,
denn schon beginnt es still zu welken,
buntes Laub, es fällt von Bäumen,
vom goldenen Herbst wir nun träumen.
Ich fühl den Herbstregen, den feuchten.
Das Weinlaub auch will rot uns leuchten.

Das Rauschen vom roten Weinlaub
dringt sanft und still an mein Ohr,
und im Rauschen vom roten Weinlaub,
hör ich schon den lustigen Winzerchor.

Erntelied, es klingt von ferne,
und ich höre es so gerne.
Prall, saftig und süß sind die Reben,
sie werden köstlichen Wein uns geben.
Gefüllt mit Birnen, Äpfeln und Trauben,
der Korb, das könnt ihr mir glauben.

Gelb, braun, orange und rot die Blätter
nasskalt wird bald schon das Wetter.
Erntezeit nun schnell zu Ende geht,
der Wind über abgeerntete Felder weht.

Im hohlen Kürbis abends die Kerze leuchtet,
das Erntelied, es erklingt so froh und helle
und der Weinkrug kreist in der Runde schnelle,
der edle Göttertrank die Kehle uns befeuchtet.
Verworren sind die Sinne vom Rebentrank
froh für die Erntegaben wir nun sagen Dank.

Erntelied, es klingt von ferne,
und ich höre es so gerne.
Fröhlich dringt nun an mein Ohr
jetzt der lustige Winzerchor.

 

 

Spätsommer-Elegie

 

Bald fallen nun leise die bunten Blätter wirbelnd sanft im Wind,
ich weiß, dass jetzt bald die Tage kühler und dunkler sind.
Und ich weiß, dass Zeit und Leben mir stets still entflieht,
und ich frage, ob bis zum Herbst eine sichere Heimat ich find,
denn ich spüre wie alles um mich herum unaufhörlich weiterzieht.
Und bevor der Herbst beginnt, erhebt sich mir die bange Frage.

Der Schwan erhebt sein Haupt in königlicher Weise
und auf dem Wasser zieht er majestätisch seine Kreise.
Aus dem Gefieder schwindet das Grau-Braun der Jugendtage.
Als letzen Abschiedgruß bricht die Sonne sich ihr Geleise,
der Sommer, der zu Ende geht, verschwendet letzte Sonnentage.
Und bevor der Herbst beginnt, erhebt sich mir die bange Frage.

Spätsommer, er geht vorbei und Herbstgefühl steigt auf in mir.
Müde tragen mich meine Füße langsam nun weit weg von dir.
Abendrot färbt nun den Himmel, leise wiegt der Wind die Bäume,
trägt meine Gedanken, trägt meine Gefühle weit weg von hier.
Und du gehst, lässt mich alleine, was mir bleibt sind stille Träume.
Und bevor der Herbst beginnt, erhebt sich mir die bange Frage.

Gefühle verwirrt, Gedanken, sie kommen, Gedanken, sie gehen.
Die Sehnsucht, sie bleibt. Wann werden wir uns wieder sehen?
Das, was ich verloren habe, werde ich es jemals wieder finden?
Schweigend verlasse ich das Ufer, lausche still dem tiefen Flehen.
Und diese Klage tief im Herzen wird mit Tränen sich verbinden.
Und bevor der Herbst beginnt, erklingt nun meine bange Klage.