Aufbruch

 

Nun schau ich in der Zeit zurück
auf Leiden und vergangnes Glück.

Der Hoffnung Same geht nun auf,
ich lass dem Leben seinen Lauf.

Bricht auf die Knospe im Morgentau
ihr flammend Herze ich dann schau.

Es perlet einer Träne gleich
ein Tautropfen aufs Erdenreich.

Benetzt die dürre Kruste sacht
und wie aus tiefen Schlaf erwacht,
gewecket von der Musen Kuss,
bin ich nun gänzlich ohn’ Verdruss.

Mach mich auf zu neuen Wegen
und der Zukunft froh entgegen.

 

 

Für ein neues Leben

 

Lachende Kinder, die im Garten spielen
und manchmal bittre Tränen weinen,
ich will Lachen und Tränen in mir fühlen
und tief in meinem Herzen vereinen.

Das Leben, ein Spiel, eine Suche nach Wahrheit.
Es drängt sich das Dunkel in uns hinein.
Weit ist der Weg, verschwommene Klarheit,
nichts zeigt sich als trügerischer Schein.

Ich gehe nun fort
von diesem öden Ort,
nicht mit dem Fuß,
weil ich hier bleiben muss,
doch es tragen mich Gedanken
und ich werde nicht wanken,
tragen mich hinfort
zu einem lebendigen Ort.

Es zieht mich hinfort zu neuem Leben,
verlassen will ich die Trostlosigkeit.
Ich will ein neues Gewand mir weben
und es tragen zum Beginn der neuen Zeit.

Geläutert nun von außen und innen
wird für uns ein neues Leben beginnen.
Dann schreiten wir mutig zum neuen Ziel,
das Leben zu leben braucht es nicht viel.

Ich gehe nun fort
von diesem öden Ort,
nicht mit dem Fuß,
weil ich hier bleiben muss,
doch es tragen mich Gedanken
und ich werde nicht wanken,
tragen mich hinfort
zu einem lebendigen Ort.

 

 

Verloren

 

Ich hab meine Sprache verloren,
meine Worte sind langsam verstummt.

Ich hab mein Gefühl verloren,
meine Sinne sind abgestumpft.

Ich hab den Sinn verloren,
mein Leben ist öde und leer.

Ich hab die Hoffnung verloren,
kein Trost bleibt für mich mehr.

Ich hab meinen Glauben verloren,
nur Zweifel bleibt mir noch.

Ich habe die Liebe verloren,
und trage klaglos mein Joch.

Ich hab das Vertrauen verloren,
betrogen durch falsches Gefühl.

Ich hab das Menschsein verloren,
es war nur ein herzloses Spiel.

Ich hab meine Träume verloren,
doch es berührt mich nicht mehr.

Ich hab Ideale verloren,
nun, ich vermiss sie nicht sehr.

Ich hab meine Tränen verloren,
wozu brauchte ich die bloß?

Ich hab meinen Verstand verloren,
er war ohnehin nicht sehr groß.

Ich hab meine Kraft verloren,
mein Tun ist ohne Frucht.

Ich hab mein Leben verloren,
ich hab es vergebens gesucht.

 

Dieses Gedicht könnt ihr auch anhören:

 

Stimmen

 

Der Tag heut ist da,
jene Stunde schon nah!
Eisig grausig stürmt die Nacht!
Mensch, hast du alles wohl bedacht?
Kälte durchströmt jedes trauernde Herz,
ich miss die Liebe, fühle nur noch Schmerz!

Sieh auf den grünen Rasen nieder,
hör die Vögel singen wieder,
jeder Mensch ist voller Wonne,
und es scheint die goldne Sonne.
Des Frühlings goldener, sonniger Schein,
leuchtet ins fröhliche Herz hinein!

 

Oh, erklinge doch – du Stimme der Natur,
holde Stimme der Sehnsucht, des Lebens!

Leise Klänge, wie Musik, zart und sanft.
Die Vögel singen ihr frohes Lied,
der Specht schlägt im Takt des Sommers mit.
Die Mücken führen ihren Sommerreigen auf.
Weben und Leben allen Wesens,
Dirigent ist Mutter Natur!

Nur Du Mensch,
der du dich Krone der Schöpfung nennst,
willst dich ihr nicht fügen?

Ergib dich ihrer sanften Macht,
bevor ihre gewaltsame Kraft dich zu Boden drückt,
denn du bist nur ein Teil des  ganzen  Großen!
Ein Teil von ihr, der großen Mutter Natur!