Bitter und süß…

 

Dein Blick – ein unendlich tiefer Ozean.
Dein Blick – verhüllt von einem feuchten Schleier.
Dein Blick – berührt mich, dringt ins Herz.

Deine Augen sind Fenster zu deiner Seele
von deinen Wimpern tropft schwer herab
eine Träne, rein und klar, bitter und süß.

Gefesselt von der Macht des Augenblicks,
getragen von der unstillbaren Sehnsucht,
gibst du dich in meine Hände, gibst dich ganz.

Bitter und süß sind Schmerz und Lust,
ich fühle wie zerrinnt alles in der Zeit,
fühle die Leere, denn es ist vorbei.

Meine Lippen berühren deine Wangen,
Tautropfen gleich, so perlen deine Tränen ,
und ich schmecke sie: bitter und süß.

Bitter und Süß, wie der Schmerz,
wenn ich erwache und erkenne:
DU bist nicht bei mir.

 

 

Stimmen

 

Der Tag heut ist da,
jene Stunde schon nah!
Eisig grausig stürmt die Nacht!
Mensch, hast du alles wohl bedacht?
Kälte durchströmt jedes trauernde Herz,
ich miss die Liebe, fühle nur noch Schmerz!

Sieh auf den grünen Rasen nieder,
hör die Vögel singen wieder,
jeder Mensch ist voller Wonne,
und es scheint die goldne Sonne.
Des Frühlings goldener, sonniger Schein,
leuchtet ins fröhliche Herz hinein!

 

Oh, erklinge doch – du Stimme der Natur,
holde Stimme der Sehnsucht, des Lebens!

Leise Klänge, wie Musik, zart und sanft.
Die Vögel singen ihr frohes Lied,
der Specht schlägt im Takt des Sommers mit.
Die Mücken führen ihren Sommerreigen auf.
Weben und Leben allen Wesens,
Dirigent ist Mutter Natur!

Nur Du Mensch,
der du dich Krone der Schöpfung nennst,
willst dich ihr nicht fügen?

Ergib dich ihrer sanften Macht,
bevor ihre gewaltsame Kraft dich zu Boden drückt,
denn du bist nur ein Teil des  ganzen  Großen!
Ein Teil von ihr, der großen Mutter Natur!