Spätsommer-Elegie

 

Bald fallen nun leise die bunten Blätter wirbelnd sanft im Wind,
ich weiß, dass jetzt bald die Tage kühler und dunkler sind.
Und ich weiß, dass Zeit und Leben mir stets still entflieht,
und ich frage, ob bis zum Herbst eine sichere Heimat ich find,
denn ich spüre wie alles um mich herum unaufhörlich weiterzieht.
Und bevor der Herbst beginnt, erhebt sich mir die bange Frage.

Der Schwan erhebt sein Haupt in königlicher Weise
und auf dem Wasser zieht er majestätisch seine Kreise.
Aus dem Gefieder schwindet das Grau-Braun der Jugendtage.
Als letzen Abschiedgruß bricht die Sonne sich ihr Geleise,
der Sommer, der zu Ende geht, verschwendet letzte Sonnentage.
Und bevor der Herbst beginnt, erhebt sich mir die bange Frage.

Spätsommer, er geht vorbei und Herbstgefühl steigt auf in mir.
Müde tragen mich meine Füße langsam nun weit weg von dir.
Abendrot färbt nun den Himmel, leise wiegt der Wind die Bäume,
trägt meine Gedanken, trägt meine Gefühle weit weg von hier.
Und du gehst, lässt mich alleine, was mir bleibt sind stille Träume.
Und bevor der Herbst beginnt, erhebt sich mir die bange Frage.

Gefühle verwirrt, Gedanken, sie kommen, Gedanken, sie gehen.
Die Sehnsucht, sie bleibt. Wann werden wir uns wieder sehen?
Das, was ich verloren habe, werde ich es jemals wieder finden?
Schweigend verlasse ich das Ufer, lausche still dem tiefen Flehen.
Und diese Klage tief im Herzen wird mit Tränen sich verbinden.
Und bevor der Herbst beginnt, erklingt nun meine bange Klage.

 

 

Wanderung im Sommer

 

Ich mach mich auf zur Sommerzeit
wohl auf den Weg, ist er auch weit.
Ich ging ans Bächlein, das mir so nah
und mich erfreute, was dort ich sah.

Die Bäume an dem Ufer dort
sie decken schattig diesen Ort,
doch auch ein kleiner Sonnenstrahl
sich durch das dichte Laub empfahl.

Die Vöglein hoch in des Baumes Krone,
sie zwitschern fröhlich und laut mir vor.
Und ihr Gesang wird mir zum Lohne
schallt er doch freundlich mir ans Ohr.

Und in des Bächleins Rauschen,
hört ich die Welt fortgehn
ich wollt den Klängen lauschen
bevor sie still verwehn.

Doch auf des Bächleins Grunde
dort liegt ein Stein zur Stunde
auf sandig weichem Bette
an seiner Heimatstätte.

Der singt mir seine stummen Lieder,
von Wassern, die beständig Fließen.
Ich hör sie gerne, immer wieder,
zu dieser Stunde, und will genießen.

Und mit den bunten Schmetterlingen,
will fröhlich auch mein Lied erklingen.
Kühl umspielt das Wasser meinen Fuß,
spürt, dass ich nun wohl weiter muss.

Meine Wanderung nähert sich nun dem Ende,
ich hoffte, dass ich hier draußen etwas fände.
Der Sommer, er kam mir wohl entgegen,
er schenkte der Natur seinen reichen Segen.

 

 

Stimmen

 

Der Tag heut ist da,
jene Stunde schon nah!
Eisig grausig stürmt die Nacht!
Mensch, hast du alles wohl bedacht?
Kälte durchströmt jedes trauernde Herz,
ich miss die Liebe, fühle nur noch Schmerz!

Sieh auf den grünen Rasen nieder,
hör die Vögel singen wieder,
jeder Mensch ist voller Wonne,
und es scheint die goldne Sonne.
Des Frühlings goldener, sonniger Schein,
leuchtet ins fröhliche Herz hinein!

 

Oh, erklinge doch – du Stimme der Natur,
holde Stimme der Sehnsucht, des Lebens!

Leise Klänge, wie Musik, zart und sanft.
Die Vögel singen ihr frohes Lied,
der Specht schlägt im Takt des Sommers mit.
Die Mücken führen ihren Sommerreigen auf.
Weben und Leben allen Wesens,
Dirigent ist Mutter Natur!

Nur Du Mensch,
der du dich Krone der Schöpfung nennst,
willst dich ihr nicht fügen?

Ergib dich ihrer sanften Macht,
bevor ihre gewaltsame Kraft dich zu Boden drückt,
denn du bist nur ein Teil des  ganzen  Großen!
Ein Teil von ihr, der großen Mutter Natur!