Die Allee

 

Gesäumt von hohen, stolzen Bäumen
erstreckst du dich unendlich mir,
und wie in stillen, fernen Träumen
betret ich deine Straße hier.

Gleißend bricht das Sonnenlicht
ungehemmt sich seine Bahn,
mein Auge hat die weite Sicht,
das Ziel sie doch nicht sah’n.

Und durch das grüne Blätterdach
ein Sonnenstrahl ganz stille fiel.
Dem Lichte ging ich fröhlich nach,
dort ahnt ich schon mein Ziel.

Den Weg voran mit gutem Mut,
da brach ich freudig auf.
Ich wusste, es wird alles gut,
das Schicksal nahm den Lauf.

Erster Schritt nun in die Weite,
ich wollt dem Ziele zu,
den Schatten stets mit im Geleite
und fand doch keine Ruh.

Das Ziel verloren in der Ferne
verlässt mich nun die Kraft.
Ich weiß, ich hätte nur zu gerne
den weiten, schweren Weg geschafft.

Weiter bringt mich kaum das Zaudern,
wenn das Ziel ich auch nicht sehe,
so ich doch mutig weitergehe,
was sollte mir auch schaudern.

Ich wende nun den Blick zurück,
und vorwärts drängt es mich so weit,
ich ging ja schon ein weites Stück,
und bin fürs Ziel bereit.

Gesäumt von hohen, stolzen Bäumen
erstreckst du dich unendlich mir,
und wie in stillen, fernen Träumen
verlass ich deine Straße hier.

 

 

Sizilien

Blick in den Krater

Aus verloschenen Kratern
steigt kein Rauch mehr.
Aus verloschenen Kratern
steigt kein Feuer mehr.

Stille, verloschene Glut,
wie in meinem Herzen.
Weinende Seele.
Verloschener Krater.

Im Innern der Erde
glühende Lava.
Im Innern der Erde
tobt ein Orkan.

Feurige, wilde Glut,
wie in meinem Herzen.
Schreiende Seele.
Ausbrechender Vulkan.

Insel meiner Träume

Rauschen des Meeres, salzige Luft,
in der Stille der Dämmerung.
Sanfte Wellen umspielen meine Füße.
Dein Zauber durchdringt mich ganz,

Du Traum.

Durch die schwirrende Luft
schwebt mir mein Traum entgegen.
Die Luft ist heiß,
die Sonne brennt auf mich herab.
Du entzündest mein Feuer.
Dein Zauber durchdringt mich ganz,

Du Traum.

Von dem Dach des Hauses
sehe ich das Meer
ohne Grenze zum Himmel.
Blau in Blau, in Farben
die nur Du malen kannst.
Dein Zauber durchdringt mich ganz,

Du Traum.
Du Insel meiner Träume.

 

 

Wanderung im Sommer

 

Ich mach mich auf zur Sommerzeit
wohl auf den Weg, ist er auch weit.
Ich ging ans Bächlein, das mir so nah
und mich erfreute, was dort ich sah.

Die Bäume an dem Ufer dort
sie decken schattig diesen Ort,
doch auch ein kleiner Sonnenstrahl
sich durch das dichte Laub empfahl.

Die Vöglein hoch in des Baumes Krone,
sie zwitschern fröhlich und laut mir vor.
Und ihr Gesang wird mir zum Lohne
schallt er doch freundlich mir ans Ohr.

Und in des Bächleins Rauschen,
hört ich die Welt fortgehn
ich wollt den Klängen lauschen
bevor sie still verwehn.

Doch auf des Bächleins Grunde
dort liegt ein Stein zur Stunde
auf sandig weichem Bette
an seiner Heimatstätte.

Der singt mir seine stummen Lieder,
von Wassern, die beständig Fließen.
Ich hör sie gerne, immer wieder,
zu dieser Stunde, und will genießen.

Und mit den bunten Schmetterlingen,
will fröhlich auch mein Lied erklingen.
Kühl umspielt das Wasser meinen Fuß,
spürt, dass ich nun wohl weiter muss.

Meine Wanderung nähert sich nun dem Ende,
ich hoffte, dass ich hier draußen etwas fände.
Der Sommer, er kam mir wohl entgegen,
er schenkte der Natur seinen reichen Segen.

 

 

Stimmen

 

Der Tag heut ist da,
jene Stunde schon nah!
Eisig grausig stürmt die Nacht!
Mensch, hast du alles wohl bedacht?
Kälte durchströmt jedes trauernde Herz,
ich miss die Liebe, fühle nur noch Schmerz!

Sieh auf den grünen Rasen nieder,
hör die Vögel singen wieder,
jeder Mensch ist voller Wonne,
und es scheint die goldne Sonne.
Des Frühlings goldener, sonniger Schein,
leuchtet ins fröhliche Herz hinein!

 

Oh, erklinge doch – du Stimme der Natur,
holde Stimme der Sehnsucht, des Lebens!

Leise Klänge, wie Musik, zart und sanft.
Die Vögel singen ihr frohes Lied,
der Specht schlägt im Takt des Sommers mit.
Die Mücken führen ihren Sommerreigen auf.
Weben und Leben allen Wesens,
Dirigent ist Mutter Natur!

Nur Du Mensch,
der du dich Krone der Schöpfung nennst,
willst dich ihr nicht fügen?

Ergib dich ihrer sanften Macht,
bevor ihre gewaltsame Kraft dich zu Boden drückt,
denn du bist nur ein Teil des  ganzen  Großen!
Ein Teil von ihr, der großen Mutter Natur!