Aufbruch

 

Nun schau ich in der Zeit zurück
auf Leiden und vergangnes Glück.

Der Hoffnung Same geht nun auf,
ich lass dem Leben seinen Lauf.

Bricht auf die Knospe im Morgentau
ihr flammend Herze ich dann schau.

Es perlet einer Träne gleich
ein Tautropfen aufs Erdenreich.

Benetzt die dürre Kruste sacht
und wie aus tiefen Schlaf erwacht,
gewecket von der Musen Kuss,
bin ich nun gänzlich ohn’ Verdruss.

Mach mich auf zu neuen Wegen
und der Zukunft froh entgegen.

 

 

Serenade, nachts vor dem Fenster zu singen

 

Eine Träne sich aus deinem Auge stiehlt, mein Kind,
glitzert wie ein Diamant in stiller, tiefer Nacht.
Ein süßes Lied nun zu dir bringt, lauer Sommerwind.
Eine Träne sich aus deinem Auge stiehlt, mein Kind,
komm, Holde, in die Arme der Nacht geschwind,
denn über dem Himmel steht für uns Sternenpracht.
Eine Träne sich aus deinem Auge stiehlt, mein Kind,
glitzert wie ein Diamant in stiller, tiefer Nacht.

Die Röte steigt in deine scheuen Wangen,
du zitterst, schauderst vor den wilden Trieben
Im meinen Armen spür ich dein tiefes Bangen.
Die Röte steigt in deine scheuen Wangen,
Hör das Lied, dass uns die Nachtigallen sangen:
Es klingt von Nächten, wir solln uns innig lieben.
Die Röte steigt in deine scheuen Wangen,
du zitterst, schauderst vor den wilden Trieben.

Du zögerst noch, doch musst du nun bekennen,
dass du selbst zum Kusse reichst mir deine Lippen.
Mein banges Sehnen, drohte mich zu verbrennen.
Du zögerst noch, doch musst du nun bekennen,
Dass, seit dieser Nacht, Geliebte wir uns nennen,
und ich den süßen Nektar, den du schenkst, darf nippen.
Du zögerst noch, doch musst du nun bekennen,
dass du selbst zum Kusse reichst mir deine Lippen.