Aufbruch

 

Nun schau ich in der Zeit zurück
auf Leiden und vergangnes Glück.

Der Hoffnung Same geht nun auf,
ich lass dem Leben seinen Lauf.

Bricht auf die Knospe im Morgentau
ihr flammend Herze ich dann schau.

Es perlet einer Träne gleich
ein Tautropfen aufs Erdenreich.

Benetzt die dürre Kruste sacht
und wie aus tiefen Schlaf erwacht,
gewecket von der Musen Kuss,
bin ich nun gänzlich ohn’ Verdruss.

Mach mich auf zu neuen Wegen
und der Zukunft froh entgegen.

 

 

Die Allee

 

Gesäumt von hohen, stolzen Bäumen
erstreckst du dich unendlich mir,
und wie in stillen, fernen Träumen
betret ich deine Straße hier.

Gleißend bricht das Sonnenlicht
ungehemmt sich seine Bahn,
mein Auge hat die weite Sicht,
das Ziel sie doch nicht sah’n.

Und durch das grüne Blätterdach
ein Sonnenstrahl ganz stille fiel.
Dem Lichte ging ich fröhlich nach,
dort ahnt ich schon mein Ziel.

Den Weg voran mit gutem Mut,
da brach ich freudig auf.
Ich wusste, es wird alles gut,
das Schicksal nahm den Lauf.

Erster Schritt nun in die Weite,
ich wollt dem Ziele zu,
den Schatten stets mit im Geleite
und fand doch keine Ruh.

Das Ziel verloren in der Ferne
verlässt mich nun die Kraft.
Ich weiß, ich hätte nur zu gerne
den weiten, schweren Weg geschafft.

Weiter bringt mich kaum das Zaudern,
wenn das Ziel ich auch nicht sehe,
so ich doch mutig weitergehe,
was sollte mir auch schaudern.

Ich wende nun den Blick zurück,
und vorwärts drängt es mich so weit,
ich ging ja schon ein weites Stück,
und bin fürs Ziel bereit.

Gesäumt von hohen, stolzen Bäumen
erstreckst du dich unendlich mir,
und wie in stillen, fernen Träumen
verlass ich deine Straße hier.