Almanach,  Gedichte

…unter kahlem Novemberbaum

Passend zur Jahreszeit möchte ich dir eines meiner Gedichte aus der Sammlung „Der Almanach“ vorstellen. Dort findest du auch noch viele weitere jahreszeitliche Gedichte und Lieder.

Novembergrau


Es steigen die Nebelschwaden
aus tiefstem Morgengrund.
Du hast uns eingeladen
zum letzten festen Bund.

Der Morgen grau und neblig,
der Tag steigt fad herauf.
Es ist mir gar so eisig
und doch geht’s seinen Lauf.

Novembernebel steigen
dir tief ins Mark hinein.
Ich will dir trotzdem zeigen,
wie schön der Herbst kann sein.

Der Tag erwacht im Dunkel,
senkt sich zu schwarzer Nacht,
dann steigt das Sternengefunkel
herauf in schöner Pracht.

Jetzt sitzen wir am Feuer,
die Glut uns langsam wärmt,
die Nacht wirkt ungeheuer,
kein Mensch in ihr noch lärmt.

In einer stillen kalten Nacht,
am Feuer wir uns wärmen.
Wir halten hier gemeinsam Wacht
und sehn die Sterne schwärmen.

Mein Herz, das ich pulsieren höre,
in mir fühle ich eine tiefe Liebe.
Ich hör unendliche Sternenchöre,
ergebe mich ganz jenem Triebe.

Die Nacht, sie ist im Schwinden,
vorbei der schöne Traum.
Ich werd dich wiederfinden,
unter kahlem Novemberbaum.

aus dem „Der Almanach“

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