Zwiegespräch

Heute mal ein kleines Zwiegespräch aus meinem Liederbuch:

Zwiegespräch

Es ist vorbei!
Bist du sicher?
Ich will nicht mehr!
Liegt die Entscheidung bei dir?
Aber was soll ich denn tun?
Woher soll ich das wissen?
Lass mich doch in Ruhe!
Weshalb?
Weil ich dich nicht hören will!
Glaubst du, das interessiert mich?
Hör endlich auf!
Nein, jetzt fange ich erst an!
Du nervst!
Was soll ich sonst tun?
Verschwinde!
Ich bleibe!
Dann schweige!
Willst du das wirklich?

Regen im Mai

Passend zur Jahreszeit gibt es heute eine kleine Geschichte von mir:
Regen im Mai

Regen im Mai

Es regnet in Strömen. Wie kleine Stromschnellen rauscht das Regenwasser an der
Bordsteinkante entlang, um sich am Ende der Straße in großen Pfützen zu sammeln. Mein
Mantel ist durchgeweicht und der Schirm kann den Regen kaum abhalten. Das Wasser flutet
meine schicken, neuen und sehr teuren Schuhe. Bei dem herrlichen Sonnenschein heute Morgen
hatte ich nicht mit Regen gerechnet.
Der Arbeitstag war lang genug. Dann der plötzliche Anruf vom Chorleiter für eine kurzfristig
angesetzte Probe, die kein Ende fand. Ich bin so müde.
Jetzt wünsche ich mir nur eines: Ein warmes, wohlduftendes Bad um im Schaum versinken, der
meinen Körper einhüllt. Später den aromatischen Duft heißen Tees genießen, der in meine Nase
steigt und das wärmende Gefühl im Magen, wenn ich den ersten Schluck nehme.
Doch ich wate pitschnass weiter durch den Regen. Verdammt! Was war das? Mein Fuß fühlt sich
auf einmal so komisch an. Warum ist mein rechtes Bein plötzlich kürzer?
Ich drehe mich um. Nein! Das kann doch nicht wahr sein! Warum passiert immer mir so etwas?
Aus dem holperigen Kopfsteinpflaster ragt mein Schuhabsatz, den Rest an meinem Fuß ziert ein
großes Loch in der Sohle. Wie soll ich denn jetzt nach Hause kommen?
Vielleicht ist das alles nur ein böser Traum? Ich zwicke mich in den Arm. Au! Da ich nicht
aufwache, ist es wohl doch kein Traum. Humpelnd bewege ich mich durch den Regen. Meine
Füße tun mir weh, ich bin patschnass und ich friere. Das nennt sich Wonnemonat Mai. Von Ferne
höre ich Donnergrollen und ein Blitz zuckt zwischen den grauen Wolken. Hastig stolpere ich
weiter.
Soll ich meine Schuhe ausziehen und barfuß weiterlaufen? Nein, davon bekäme ich bloß einen
Schnupfen.
Noch fünf Minuten bis nach Hause. Das schaffe ich! Es donnert und blitzt jetzt unaufhörlich. An
ein Ende ist nicht zu denken. Ich bin so müde. Der Gedanke an meine Badewanne treibt mich
voran. Knack! Oh nein! Jetzt ist auch noch der Schirm abgeknickt. Zu allem Überfluss trage ich
heute den Mantel ohne Kapuze. Viel zu schnell ist mein Haar durchgeweicht, der Regen strömt
über mein Gesicht. Aber nur noch zwei Minuten dann werde ich zu Hause sein. Zeit für ein
schönes heißes Bad, anschließend mit einer Tasse Tee aufs Sofa kuscheln.
Nur noch wenige Schritte und ich bin zu Hause. Endlich stehe ich vor der Haustür, durchwühle
meine Handtasche. Wo verdammt habe ich meinen Schlüssel? In der Handtasche ist er nicht zu
finden, in der Manteltasche steckt er auch nicht. Ich beginne die Tasche auszuräumen, da reißt
der Henkel. Alles fällt in die große Pfütze vor mir. Natürlich, das muss mir jetzt auch noch
passieren! Der Regen prasselt auf mich herab. Die Reste meines Schirmes und der abgebrochene
Absatz, die unter meinen Arm klemmten, gesellen sich zu dem Inhalt meiner Handtasche auf den
nassen Gehweg. Ich stehe wie ein begossener Pudel vor der Tür. Ausgeschlossen!
Da mein Schlüssel drinnen im Trockenen und Warmen auf der Flurgarderobe liegt, stehe ich vor
verschlossener Tür.

© Carola Bach – alle Rechte vorbehalten.

Der Almanach

Heute stelle ich dir meinen Gedichtband „Der Almanach“ vor.

Stimmen

Der Tag heut ist da,
jene Stunde schon nah!
Eisig grausig stürmt die Nacht!
Mensch, hast du alles wohlbedacht?
Kälte durchströmt jedes trauernde Herz,
ich miss die Liebe, fühle nur noch Schmerz!

Sieh auf den grünen Rasen nieder,
hör die Vögel singen wieder,
jeder Mensch ist voller Wonne,
und es scheint die goldne Sonne.
Des Frühlings goldener, sonniger Schein,
leuchtet ins fröhliche Herz hinein!

Oh, erklinge doch du Stimme der Natur,
holde Stimme der Sehnsucht, des Lebens!
Leise Klänge, wie Musik, zart und sanft.
Die Vögel singen ihr frohes Lied,
der Specht schlägt im Takt des Sommers mit.
Die Mücken führen ihren Sommerreigen auf.
Weben und Leben allen Wesens,
Dirigent ist Mutter Natur!

Nur Du Mensch,
der du dich Krone der Schöpfung nennst,
willst dich ihr nicht fügen?
Ergib dich ihrer sanften Macht,
bevor ihre gewaltsame Kraft
dich zu Boden drückt,
denn du bist nur ein Teil des ganzen Großen!
Ein Teil von ihr, der großen Mutter Natur!

In diesem Band findest du viele weitere jahreszeitliche Gedichte und Lieder…
Viel Vergnügen beim Lesen!

Lieber Leser, liebe Leserin!

Willkommen bei Polydora – Aus meiner Feder.

Auf diesem Blog präsentiere ich dir meine bescheidenen schriftstellerischen Versuche. Du findest hier Gedichte und Geschichten aus meiner Feder zu verschiedenen Themen, des Weiteren wird es hier zukünftig hoffentlich kleinere Serien geben, wenn ich denn in nächster Zeit endlich wieder zu Schreiben komme. Schau dich doch einmal um, vielleicht ist bei den bisherigen Veröffentlichungen schon etwas dabei, was dein Interesse weckt.

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